Outdoor-Training im Bayerischen Wald
Nach insgesamt 4,5 Stunden Zugfahrt und einer weiteren Stunde Fahrt mit dem Bus erreichten wir unser Basislager in Mitterfirmiansreut, wo wir bereits von unseren Teamleitern erwartet wurden. Nachdem wir das Haus besichtigt und die Zimmer bezogen hatten, trafen wir uns alle im Speisesaal, um dort die Leute kennenzulernen, mit denen wir die nächsten 12 Tage verbringen sollten.
Damit alle Teilnehmer als Gruppe an einem Strang ziehen und das Miteinander gut funktioniert, ist es wichtig, gemeinsame Ziele aufzustellen und sich vor allem auch zu überlegen, wie diese effektiv und für alle Teilnehmer möglichst zufriedenstellend erreicht werden können. Über diese Punkte machten wir uns an unserem zweiten Tag Gedanken und stellten entsprechende Verhaltensregeln auf.
Um die Theorie dann auch sofort in die Praxis umzusetzen, folgten in den nächsten Tagen verschiedene Projektaufträge, die im Team zu lösen waren und unter anderem unseren Orientierungssinn, unsere „Standfestigkeit in der Höhe“ und das Vertrauen in unsere Teammitglieder auf die Probe stellten.
Neben diesen Aufträgen boten uns gemeinsame Freizeitaktivitäten die Möglichkeit, uns gegenseitig auszutauschen und uns somit besser kennenzulernen und die ohnehin von Anfang an gute Stimmung in der Gruppe aufrechtzuerhalten und weiter zu verbessern. So gab es gemütliche Abende am Lagerfeuer, eine Nachtwanderung oder freiwilliges Klettern an der Kletterwand, für diejenigen, die auch in der Freizeit aktiv bleiben wollten.
Projekt
Jedes Jahr wird an die Gruppe ein Projekt vergeben, das innerhalb von drei Tagen umgesetzt werden muss. Wir durften in diesem Rahmen den „Sockenraum“ des Hauses komplett umgestalten und eine weitere Sitzgelegenheit bauen.
Hierbei war es angesichts der knappen Zeit zur Umsetzung des Auftrages sehr wichtig, dass neben einer strukturierten Planung die Arbeitsgänge der unterschiedlichen Gruppen bei der Durchführung gut aufeinander abgestimmt waren, womit alles, was wir durch die bisherigen Projektaufträge zum Thema Teamarbeit gelernt haben, seine Anwendung fand.
3-Tages-Tour
Nach dem Abendessen fanden wir uns am Vortag unserer 3-Tages-Tour im Sockenraum zusammen, um die bevorstehenden Tage zu planen, bei denen uns pro Tag etwa 20 km Laufstrecke erwarteten.
Während der Tour wanderten wir zunächst in zwei vorgegebenen Gruppen und bestimmten unseren Weg zum Ziel selbst mit Hilfe einer Wanderkarte. So kamen wir teils auf festen Wanderwegen, teils querfeldein ans Ziel. Am nächsten Tag machten wir uns alle gemeinsam auf den Weg. Als Etappenziel mussten wir dabei zunächst den Lusen bezwingen, womit wir einen Auf- und Abstieg von etwa 600 hm bewältigten. Als weitere Herausforderung mussten wir den Weg an diesem Tag ohne Karte oder sonstige Angaben finden.
Fazit
Innerhalb dieser 12 Tage gab es gewiss für jeden einzelnen Teilnehmer eine Situation, die für ihn eine persönliche Überwindung darstellte. Nachdem man solche Situation trotz anfänglicher Zweifel meisterte, konnte man wirklich stolz auf sich sein und stellte oftmals fest „Ich kann doch mehr, als ich von mir selbst erwartet habe.“ Besonders schön war es für mich, dass man diese Leistung oft durch den Zusammenhalt und die Motivation in der Gruppe entwickelte und dann auch den Erfolg teilen konnte. Auch wenn man wirklich einmal seine Grenze erreicht hatte, wurde dies akzeptiert und man schaffte es gemeinsam doch immer, die Situation zu bewältigen.
Was ich aus dem Seminar mit nach Hause und an den Arbeitsplatz nehmen konnte
Das Seminar hat mir deutlich gezeigt, wie wichtig Teamarbeit ist und wie ein Projekt innerhalb eines motivierten Teams schnell und effektiv durchgeführt werden kann. Außerdem wurde mir dabei ein weiterer sehr wichtiger Punkt zum Erfolg klar: Vertrauen in die Teammitglieder.
Während der Projektaufträge musste ich meinen Gruppenmitgliedern in den ungewöhnlichsten Situationen völlig vertrauen, auch wenn mir dies am Anfang etwas schwer fiel, da ich diese Leute ja erst seit einigen Tagen kannte. Aber nur so konnten wir gemeinsam unsere Ziele erreichen!
Dadurch, dass Auszubildende aus allen Standorten und Berufen im Outdoor-Training zusammen gefunden haben, hatte ich außerdem die Möglichkeit, Azubi-Kollegen auf eine Weise kennenzulernen, wie dies ohne das Seminar wohl kaum der Fall gewesen wäre.